Acrylamid CAS#79-06-1
Hohe Löslichkeit in mehreren Lösungsmitteln:Löst sich leicht in Wasser und verschiedenen organischen Lösungsmitteln, was flexible Verarbeitung und Formulierung ermöglicht.
Vielseitige chemische Reaktivität:Kann unter sauren oder alkalischen Bedingungen zu Acrylsäure hydrolysiert werden, was Anpassungsfähigkeit in der chemischen Synthese bietet.
Schlüsselrohstoff für Polymere:Dient als essentieller Vorläufer für die Herstellung von Polyacrylamid und anderen wichtigen Polymeren.
Breite Derivatkompatibilität:Wirkt als grundlegendes Monomer für eine breite Palette von Derivaten, einschließlich anionischer, kationischer und N-substituierter Acrylamidverbindungen.
Acrylamid (CAS#79-06-1)
Acrylamid ist eine weiße kristalline Verbindung, die als wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Polyacrylamid dient. In fester Form (häufig abgekürzt als AM) erscheint es typischerweise als farblose, transparente Flocken, während die reine Substanz ein weißer kristalliner Feststoff ist. Es ist gut löslich in Wasser, Methanol, Ethanol und Propanol und leicht löslich in Ethylacetat, Chloroform und Benzol. Unter sauren oder alkalischen Bedingungen kann es zu Acrylsäure hydrolysiert werden.
Acrylamid ist auch eine grundlegende Stammverbindung für eine Vielzahl von Monomeren, darunter Methacrylamid, AMPS (2-Acrylamid-2-methylpropansulfonsäure, ein anionisches Monomer), DMC (Methyl-acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid, ein kationisches Monomer) sowie verschiedene N-substituierte Acrylamid-Derivate.
Chemische Eigenschaften von Acrylamid
| Schmelzpunkt | 82-86 °C (Lit.) |
| Siedepunkt | 125 °C bei 25 mm Hg (Lit.) |
| Volumendichte | 500 kg/m³ |
| Dichte | 1,322 g/cm³ |
| Dampfdichte | 2,45 (vs. Luft) |
| Dampfdruck | 0,03 mm Hg (40 °C) |
| Brechungsindex | 1.46 |
| Fp | 138 °C |
| Lagertemp. | 2-8°C |
| Löslichkeit | 2040 g/L (25 °C) |
| pka | 15.35±0.50 (Vorhersage) |
| bilden | Pulver |
| Farbe | Weiß |
| Geruch | Geruchloser Feststoff |
| PH | 5,0-7,0 (50 g/l, H₂O, 20 °C) |
| Wasserlöslichkeit | Acrylamid wird routinemäßig mit 250 mg/mL in Wasser getestet, was eine klare, farblose Lösung ergibt. Es ist zu mindestens 40 % (Gew./Vol.) in Wasser löslich, und Berichten zufolge bis zu 215 g/100 mL in Wasser bei 30 °C. |
| Empfindlich | Lichtempfindlich |
| Merck | 14129 |
| BRN | 605349 |
| Henrys Gesetzeskonstante | (x 10-9 atm·m³/mol): 3,03 bei 20 °C (ungefähr – berechnet aus Wasserlöslichkeit und Dampfdruck) |
| Expositionsgrenzen | Potentielles Berufskarzinogen. NIOSH REL: TWA 0,03, IDLH: 60; OSHA PEL: TWA 0,3; ACGIH TLV: TWA 0,03. |
| Stabilität: | Instabil. Nicht über 50 °C erhitzen. Explosiv. Unverträglich mit Säuren, Basen, Oxidationsmitteln, Reduktionsmitteln, Eisen und Eisensalzen, Kupfer, Aluminium, Messing, Radikalstartern. Luftempfindlich. Hygroskopisch. |
| Hauptanwendung | Reinigungsprodukte |
| Kosmetika | |
| Umwelt | |
| Lebensmittel und Getränke | |
| persönliche Betreuung | |
| Überprüfung kosmetischer Inhaltsstoffe (CIR) | Acrylamid (79-06-1) |
| InChI | 1S/C3H5NO/c1-2-3(4)5/h2H,1H2,(H2,4,5) |
| InChIKey | HRPVXLWXLXDGHG-UHFFFAOYSA-N |
| LÄCHELN | NC(=O)C=C |
| LogP | -0,9 bei 20 °C und pH 7 |
| CAS-Datenbankreferenz | 79-06-1 (CAS-Datenbankreferenz) |
| NIST-Chemiereferenz | Acrylamid (79-06-1) |
| IARC | 2A (Bd. 60, Suppl. 7) 1994 |
| EPA-Substanzregistersystem | Acrylamid (79-06-1) |
Sicherheitsinformationen
| Gefahrencodes | T |
| Risikohinweise | 45-46-20/21-25-36/38-43-48/23/24/25-62-48/20/21/22-22-24/25 |
| Sicherheitshinweise | 53-45-24-36/37/39-26-36/37 |
| RIDADR | UN 3426 6.1/PG 3 |
| OEB | D |
| Öl | TWA: 0,03 mg/m3 [Haut] |
| WGK Deutschland | 3 |
| RTECS | AS3325000 |
| F | 46244 |
| Selbstzündtemperatur | 424°C |
| TSCA | Nach der TSCA gelistet |
| Gefahrenklasse | 6.1 |
| Verpackungsgruppe | III |
| HS-Code | 29241900 |
| Speicherklasse | 6.1C – Brennbar, akut giftig, Kat.3 |
| toxische Verbindungen oder Verbindungen, die chronische Wirkungen hervorrufen | |
| Gefahrenklassifizierungen | Akute Vergiftung 3 – Oraler Verzehr |
| Akute Tox. 4 Dermal | |
| Akute Tox. 4 Einatmen | |
| Karzinogen 1B | |
| Augenreizung. 2 | |
| Muta. 1B | |
| Repr. 2 | |
| Hautreizung. 2 | |
| Hautsensibilität 1 | |
| STOT RE 1 Mündlich | |
| Gefahrstoffdaten | 79-06-1 (Daten zu gefährlichen Stoffen) |
| Toxizität | LD50 i.p. bei Mäusen: 170 mg/kg (Peterson, Sheth) |
| IDLA | 60 mg/m3 |
Produktanwendung von Acrylamid (CAS#79-06-1)
Mehr als 90 % des Acrylamids werden zur Herstellung von Polyacrylamid (PAM) verwendet, während der verbleibende Teil zur Herstellung von N-Methylolacrylamid (NMA) und anderen verwandten Monomeren genutzt wird. Bei den Anwendungen werden etwa 60 % des PAM in der Wasseraufbereitung, 20 % in der Zellstoff- und Papierindustrie und 10 % in der Mineralverarbeitung verbraucht.
Acrylamidbasierte Polymere werden häufig in Flüssig-Fest-Trennprozessen eingesetzt, wo sie als Flockungsmittel in der Mineralverarbeitung, Abwasserbehandlung und Wasserreinigung wirken und zur Reduzierung des Schlammvolumens beitragen. Sie werden auch als Zusatzstoffe bei der Herstellung von Papier, Pappe, Leder und Beschichtungen verwendet. In der Papierindustrie dient PAM als Retentionsmittel während der Nasspartieverarbeitung und trägt zur Nassfestigkeit bei.
Darüber hinaus wird Acrylamid bei der Herstellung von synthetischen Harzen als Pigmentbindemittel für Textil- und Lederanwendungen sowie bei Verfahren zur verbesserten Ölgewinnung eingesetzt. Weitere Anwendungen umfassen die Proteinelektrophorese (PAGE), die Farbstoffsynthese und die Herstellung von Copolymeren für Kontaktlinsen. Es ist zu beachten, dass Acrylamid als eine Substanz gilt, die krebserregende Risiken für den Menschen darstellen kann.



